Was du über Zöliakie wissen solltest!

Was du über Zöliakie wissen solltest!
© AndreyPopov von Getty Images

Zöliakie verstehen: Alles, was Du über Diagnose, Ernährung und den Alltag wissen solltest

Immer mehr Menschen verzichten auf Gluten – häufig in der Hoffnung, ihre Beschwerden zu lindern. Doch nicht jeder, der Gluten meidet, leidet tatsächlich an einer Zöliakie. In meiner Arbeit als Diätologin begegnen mir immer wieder Menschen, die bereits seit Monaten oder sogar Jahren glutenfrei essen, ohne zuvor eine medizinische Abklärung durchführen zu lassen.

Genau das kann problematisch sein. Denn eine Zöliakie-Diagnose ist nur möglich, solange regelmäßig Gluten gegessen wird. Wer die Ernährung vorzeitig umstellt, erschwert die Diagnostik erheblich.

Gleichzeitig fühlen sich viele Betroffene nach der Diagnose mit ihren Fragen allein gelassen: Was darf ich noch essen? Worauf muss ich beim Einkaufen achten? Wie funktioniert ein Restaurantbesuch? Und wie gelingt ein unbeschwerter Alltag mit Zöliakie?

Was ist Zöliakie?

Zöliakie ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem auf das Klebereiweiß Gluten reagiert. Gluten kommt unter anderem in Weizen, Roggen und Gerste vor.

Bei Betroffenen führt der Verzehr von Gluten zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Dadurch können die Darmzotten geschädigt werden, was die Aufnahme wichtiger Nährstoffe beeinträchtigt.

Die einzige wirksame Therapie besteht derzeit in einer lebenslangen, strikt glutenfreien Ernährung.

Die Symptome sind oft vielfältig

Viele verbinden Zöliakie ausschließlich mit Durchfall oder Bauchschmerzen. Tatsächlich kann sich die Erkrankung jedoch ganz unterschiedlich äußern.

Mögliche Symptome sind beispielsweise:

  • Bauchschmerzen und Blähungen,
  • Durchfall oder Verstopfung,
  • Müdigkeit und Erschöpfung,
  • Eisenmangel,
  • Gewichtsverlust,
  • Osteoporose,
  • oder unspezifische Beschwerden, die zunächst gar nicht mit dem Darm in Verbindung gebracht werden.

Manche Menschen haben sogar kaum Beschwerden – und erhalten die Diagnose eher zufällig.

Warum eine korrekte Diagnostik so wichtig ist

Ein häufiger Fehler ist, bereits vor der ärztlichen Abklärung glutenfrei zu essen.

Dadurch können Blutwerte und Dünndarmbiopsie unauffällig ausfallen, obwohl tatsächlich eine Zöliakie vorliegt.

Deshalb gilt: Bei Verdacht auf Zöliakie sollte Gluten keinesfalls eigenständig aus der Ernährung gestrichen werden, bevor die Diagnostik abgeschlossen ist.

Nicht jede Beschwerde nach dem Verzehr von Brot oder Pasta bedeutet automatisch Zöliakie. Auch andere Ursachen wie eine Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität, ein Reizdarmsyndrom oder andere Unverträglichkeiten können ähnliche Symptome verursachen.

Leben mit Zöliakie – mehr als nur glutenfrei essen

Nach der Diagnose stellen sich viele praktische Fragen.

Wie gelingt der glutenfreie Einkauf? Worauf muss ich in Restaurants achten? Wie funktioniert das auf Reisen oder bei Einladungen?

Mit etwas Wissen und guter Vorbereitung lässt sich der Alltag meist deutlich entspannter gestalten. Wichtig ist vor allem, Kreuzkontaminationen zu vermeiden und sich mit geeigneten Lebensmitteln vertraut zu machen.

Auch mögliche Nährstoffmängel – beispielsweise bei Eisen, Vitamin D oder Folsäure – sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Zöliakie bei Kindern

Zöliakie betrifft nicht nur Erwachsene. Auch Kinder können erkranken.

Für Familien bedeutet die Diagnose oft eine große Umstellung. Umso wichtiger ist es, Kinder altersgerecht einzubeziehen und ihnen Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung zu vermitteln.

Mit einem verständnisvollen Umfeld und einer guten Ernährungsberatung gelingt dies meist sehr gut.

Du bist mit Deinen Fragen nicht allein

Eine Zöliakie-Diagnose verändert den Alltag zunächst erheblich. Gleichzeitig eröffnet sie aber auch die Möglichkeit, Beschwerden gezielt zu behandeln und langfristige Folgeschäden zu vermeiden.

Mit fundiertem Wissen, einer ausgewogenen glutenfreien Ernährung und etwas Übung wird vieles schnell zur Routine.


🎧 Hör jetzt in beide Podcastfolgen rein

In dieser zweiteiligen Bauchdetektivgeschichte ist Katharina Knoblich zu Gast – Ernährungsberaterin, Ernährungspsychologin, Leiterin des Fachzentrums für Ernährungstherapie Nürnberg und selbst von Zöliakie betroffen. Außerdem begleitet sie als Mutter zweier Kinder mit Zöliakie die Erkrankung auch im Familienalltag.

In Teil 1 erfährst Du:

  • was Zöliakie genau ist,
  • welche Symptome auftreten können,
  • wie die Diagnostik korrekt abläuft,
  • welche Fehler häufig gemacht werden
  • und welche anderen Ursachen hinter ähnlichen Beschwerden stecken können.

In Teil 2 sprechen wir darüber,

  • wie eine glutenfreie Ernährung im Alltag gelingt,
  • worauf Du beim Einkaufen, im Restaurant und auf Reisen achten solltest,
  • welche Nährstoffe besonders im Blick behalten werden sollten,
  • und wie Kinder mit Zöliakie gut begleitet werden können.

🎙️ Hör unbedingt in beide Podcastfolgen rein und erhalte fundiertes Wissen sowie viele praktische Tipps für den Alltag mit Zöliakie. ⬇️

0:00--:--
0:00--:--

Mittwochsmail

Verpasse keine meiner tollen Tipps & Tricks, interessanten Infos & köstlichen Rezepte.

Mit Deiner Anmeldung stimmst Du meiner Datenschutzerklärung zu.