Daniela Mulle

Diätologin & Ernährungswissenschafterin

© Benjamin Manley

Gicht

Bei Hyperurikämie und Gicht häufen sich Harnsäurekristalle vor allem in Zehen- und Fingergelenken an, was sehr schmerzhaft sein kann. Es ist eine klassische Wohlstandskrankheit, weil sie oft durch zuviel an Fleisch und Alkohol ausgelöst wird. Unbehandelt kommt es häufig zu unangenehmen Folgen wie äußerst schmerzhafte Gichtanfälle. Mit der ernährungstherapeutischen Unterstützung durch deine DiätologInnen, kannst du das vermeiden, und auch, Medikamente einnehmen zu müssen.

Erhöhte Harnsäure & Gicht sind klassische Wohlstandskrankheiten

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung und zählt zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Bei Gicht handelt es sich um eine Störung des Purinstoffwechsels, bei der es durch zu viel Harnsäure im Blut zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen in Gelenken und Gewebe kommt.

Die am häufigsten betroffenen Körperstellen sind das Großzehengrundgelenk und treten bei etwa 15% der Gichtanfälle auf, gefolgt von Knie bei etwa 10% sowie Hand-, & Fingergelenk bei etwa 5% der Fälle. Steigt der Harnsäuregehalt im Blut auf über 6,5 mg/dl an, so spricht man von einer Hyperurikämie. Erhöhte Harnsäurewerte führen nicht zwangsläufig zu Gicht, sie stellen lediglich die biochemische Grundlage dar. Je höher die Harnsäurewerte, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit einen Gichtanfall zu bekommen. Deshalb gilt es, Harnsäurebildner in der Ernährung möglichst zu meiden bzw. zu reduzieren. Eine Liste dazu findest du weiter unten.

Woher kommt Gicht?

Gicht ist, abgesehen von genetischen Veranlagung, eng mit unserem Wohlstand verknüpft. Übergewicht, eine purinreiche Ernährung und viel Alkohol fördern bei entsprechender Veranlagung die Entstehung von Gicht. Männer sind von Gicht meist häufiger betroffen als Frauen (10:1), weil sie oft mehr bei Fleisch und Alkohol zugreifen.

Wie kommt es zu erhöhten Harnsäurewerten und schließlich einem Gichtanfall?

Meist ist das Essen schuld, vor allem tierische Lebensmittel die sehr viele Purine enhalten:

  • Innereien wie Leber, Niere
  • Eier
  • Muscheln
  • Fettreiches Fleisch
  • Haut von Grillhuhn, Schweinebraten oder Fisch. Die Erhöhung der Harnsäurekonzentration im Blut kann zum einen durch eine vermehrte Bildung von Harnsäure bzw. erhöhte Zufuhr durch die o.g. Lebensmittel, zum anderen durch eine verminderte Harnsäureausscheidung über die Nieren, erfolgen. Wenn also zu viel Harnsäure gebildet bzw. zugeführt und zu wenig über die Nieren ausgeschieden wird, steigt der Harnsäurespiegel im Blut. Ist die Harnsäure über längere Zeit erhöht, kristallisiert sie aus und lagert sich in Gelenken und Gewebe ab. Dies kann auch durch plötzlich üppiges Essen oder viel Alkohol schmerzhafte Entzündungen in Gelenken hervorgerufen werden.

Auch folgende Faktoren Gicht auslösen:

  • Medikamente die die Harnsäureausscheidung hemmen.
  • Fastenphasen, weil hier die Ketonkörpern wird die Harnsäureausscheidung hemmen.
  • verminderten Wasserhaushalt des Körper, weil so die Harnsäure nicht ausreichend aus dem Körper transportiert werden kann.

Acht Tipps, die dir bei erhöhten Harnsäurewerten helfen:

  1. Schränke den Verzehr purinreicher Lebensmittel ein. Verzichte auf sehr purinreiche Lebensmittel wie Innereien, bestimmte Fischsorten, fettreiches Fleisch sowie die Haut von Geflügel und Fisch und
  2. Bevorzuge purinarme Lebensmittel wie z.B. Kartoffeln, Reis, Gemüse, Obst und magere Milchprodukte.
  3. Versuche maximal 2 bis 3 mal pro Woche 1 Portion mageres Fleisch oder Wurst wie gekochter Schinken (ca. 125 g) zu verzehren und bau dafür vermehrt Milch, fettarmen Käse und andere Milchprodukte mit niedrigem Fettgehalt wie Topfen oder Cottage Cheese in den Speiseplan ein.
  4. Genieße Alkohol und Kaffee in Maßen: Beides hemmt die Harnsäureausscheidung über die Niere.
  5. Trinke mindestens 2,5 Liter kalorienfreie Flüssigkeit am Tag. So wird die Harnsäureausscheidung über die Niere gefördert. Am besten ist Wasser oder ungesüßter Tee.
  6. Vermeide Übergewicht. Eine Gewichtsreduktion kann eine deutliche Senkung des Harnsäurespiegels im Blut bewirken.
  7. Achte auf die Portionsgröße: auch eine fleischlose Mahlzeit kann schnell durch zu große Mengen zu einer purinreichen Mahlzeit werden z.B.: bei großen Mengen an Hülsenfrüchten.
  8. Schränke den Genuss von fruktosehaltigen Getränken und mit Fructosesirup (Maissirup) gesüßte Lebensmittel stark ein, da beim Abbau von Fruktose auch mehr Harnsäure gebildet wird.

Ziel ist es, den Harnsäurespiegel auf Dauer zu senken, und zwar durch gezielte Ernährungsumstellung. Eine purinarme Ernährung sorgt dafür, dass weniger Harnsäure gebildet wird, und ist damit die essentielle Basis für die Therapie bei Hyperurikämie und Gicht. Eine konsequente Ernährungstherapie mit Unterstützung von deinen DiätologInnen hilft dir, Medikamente zu sparen bzw. überhaupt darauf zu verzichten. Literatur schicke ich dir gerne, schreib mir einfach unter info@diaetologie.at

Hier noch ein super einfaches, schnelles, vegetarisches und vor allem gesundes Rezept. Ideal wenn es mittags schnell gehen muss, perfekt versorgt mit wichtigen Nährstoffen. Durch die im Leinöl enthaltenen Omega 3 Fettsäuren wirkt diese Speise auch antientzündlich und gefäßstärkend. Die Kräuter können je nach Saison und Geschmack variieren, jedoch je frischer umso besser und umso mehr gesundheitsfördernde Vitamine und Mineralstoffe sind noch enthalten.

Kartoffeln mit Topfen, Leinöl und frischen Kräutern

Zutaten für 4 Personen

  • 12 mittelgroße Kartoffeln (3 Stk. pro Person)
  • 500 g Topfen bis 20% Fett
  • 250 g Joghurt bis 3,5% Fett
  • Etwa 1 TL Salz und Pfeffer
  • 3 EL Leinöl
  • Frische Kräuter je nach Saison und Vorlieben, z.B.: Schnittlauch, Petersilie, Dill, Basilikum, Kerbel, Rosmarin, Giersch.
  • klein geschnittene Frühlingszwiebel (optional)

Zubereitung

  1. Kartoffeln bissfest garen und anschließend schälen. (bei entsprechender Sorte können sie auch ungeschält verzehren).
  2. Topfen mit Joghurt, Salz, Pfeffer, Kräutern und ggf. Frühlingszwiebeln verrühren.
  3. Beides auf Teller anrichten und mit Leinöl übergießen und in Ruhe bei schönem Ambiente genießen.

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